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Selbst gemacht: Abwasserrohre als Heimwerker:in verlegen

Selbst gemacht: Abwasserrohre als Heimwerker:in verlegen

Selbst gemacht: Abwasserrohre als Heimwerker:in verlegen

Abwasserrohre werden meist von Fachpersonal verlegt. Geübte Heimwerker:innen können jedoch auch selbst anpacken – das gilt auch für Reparaturen und zusätzliche Anschlüsse. Moderne Stecksysteme erleichtern die Arbeit zwar außerordentlich – aber ganz ohne Fachbegriffe und Grundregeln läuft es nicht.

So werden Abwasserrohre installiert

Es gibt zwei Möglichkeiten, Abwasserrohre anzubringen: entweder verborgen in der Wand und im Fußboden oder offen an den Wänden verlaufend.

Installation verdeckt in Wand oder Fußboden

Wo immer es geht, werden Heimwerker:innen in Bad und Küche die nicht sonderlich ansehnlichen HT-Rohre verbergen wollen. Steht ohnehin eine Sanierung an, ist das meist kein Problem, denn die Leitungen werden später verputzt oder mit neuen Fliesen überdeckt.

  • Zunächst ist zu prüfen, ob die in Frage kommenden Wände die notwendigen Rohre aufnehmen können. Leichte Zwischenwände von nur zwölf Zentimetern Stärke und tragende Wände eignen sich nicht oder nur bedingt. Im Zweifel sollten Heimwerker:innen eine:n Statiker:in konsultieren bevor sie loslegen.
  • Danach empfiehlt es sich, den gewünschten Verlauf der Rohre mit zwei parallel verlaufenden Strichen an der Wand anzuzeichnen. Für ein Rohr mit DN 40 muss man einen Schlitz von wenigsten 50 mm Breite vorsehen. Alle Aussparungen sollten eine Neigung aufweisen, also niemals ganz waagerecht verlaufen, damit die Rohre später mit einem optimalen Gefälle von zwei Prozent verlegt werden können. Das bedeutet, dass ein Rohr von einem Meter Länge um zwei cm geneigt liegt; die unumgängliche Mindestneigung beträgt einen cm – sonst kann das Abwasser nicht abfließen.
  • Am Zeichnungsverlauf lässt sich absehen, welche Rohrlängen, Bögen und ggf. Abzweige benötigt werden. Wer sich diese Arbeit erstmals vornimmt, sollte das Material einkaufen und provisorisch zusammenstecken. So kann man leicht prüfen, ob man den geplanten Leitungsverlauf hinbekommt. Ungeübte Heimwerker:innen sollten besser unterschiedliche Bögen einkaufen, um variieren zu können. Überschüssiges Material kann man bei Vorlage des Kassenbons den großen Baumärkten meist innerhalb von vier Wochen zurückgeben.
  • Am leichtesten lassen sich Wände aus Porenbeton bearbeiten. Doch auch einer Betonwand lässt sich per Trennschleifer oder Handkreissäge mit Diamantscheibe beikommen. Sind die Schlitze gesägt, werden die Mittelstücke mit einer Schlagbohrmaschine oder per Hand mit Hammer und Meißel herausgeschlagen. Dann die Rohre in der Wand anbringen.
  • Erst nach einem Spültest, also einer Prüfung auf Dichtheit, werden die Rohrschlitze verschlossen. Dafür eignen sich Gips- oder Kalkzement-Putze, die es als Fertigmischung im 25-kg-Sack für sechs bis acht Euro zu kaufen gibt.

Installation außerhalb von Wänden

Die Installation von Abwasserrohren vor der Wand ist denkbar einfach. Man muss lediglich zusätzlich genügend Befestigungsschellen einkaufen und die Wände mit Bohrlöchern versehen. Dort werden Dübel gesetzt, um die Schellen (mit oder ohne schalldämmende Gummieinlage) einzuschrauben.

Bei kurzen Strecken können Heimwerker:innen die Rohre oft optisch verschwinden lassen, indem sie Verkleidungen aus Rigips, Faserzement oder Holz davor setzen.

Tipps und Regeln beim Verlegen

  • Trennen von Rohren: Es empfiehlt sich, eine Säge mit feiner Zahnung zu verwenden, beispielsweise eine Eisensäge; das zähe PP-Rohr zerfasert dann an der Schnittkante nicht so sehr. Entgraten muss man dennoch: innen mit einem scharfen Messer, außen mit einer feinen Feile.
  • Zusammenstecken: Rohre und Verbindungsstücke werden nie bis zum Anschlag ineinander gesteckt, um ihre Ausdehnung bei Erwärmung abzufangen. Tipp: Das Rohr in den Bogen schieben, bis es anstößt – das Rohr an der Übergangsstelle mit einem Bleistiftstrich versehen – Rohr wieder herausziehen, bis sich der Strich mindestens 1 cm entfernt hat – fertig.
  • Schellen setzen: Damit sich senkrecht verlaufende Abwasserrohre nicht durch ihr Gewicht absenken, befestigt man die Schellen kurz hinter der Wulst, in der die Gummidichtung liegt. Der maximale Abstand zwischen den Schellen beträgt bei senkrechten Leitungen zwei Meter; wurde die Leitung gestückelt, gehört unter jede Wulst eine Schelle. Sicherer ist es natürlich, die Fallrohre im Abstand von einem Meter zu befestigen. Waagerechte Leitungen sollten stets an den Übergangsstellen befestigt werden, also vor und hinter einer Muffe oder einem Bogen, damit sie stets ihr Gefälle behalten und auch einen gelegentlichen Anrempler vertragen. Für lange, gerade Strecken gilt für den Abstand der Schellen eine Faustformel: Der Abstand entspricht dem zehnfachen Rohrdurchmesser. Rohre DN 50 erhalten also etwa alle 50 cm eine Schelle.
  • Winkel bilden: Für alle Abwasserleitungen gilt das Prinzip, das wegströmende Nass möglichst wenig zu bremsen. Das hat einen triftigen Grund: wenn Abwasser gebremst wird, lagern sich leicht mitgeführte Partikel ab, was auf Dauer zu Verstopfungen führt. Man sorgt also für einen sanften Lauf und vermeidet unnötige Prallpunkte. Deshalb verwendet man für Ecken keine 90-Grad-Winkel, sondern verlegt zwei 45-Grad-Bögen, damit das Wasser keine abrupte Wendung nehmen muss.
  • Gleitmittel verwenden: Man kann sich die Montage erleichtern, indem man die Rohrenden vor dem Zusammenstecken mit einer reibungsmindernden Paste bestreicht. Solche Gleitmittel sind beispielsweise in Tuben zu 250 g erhältlich und kosten ab vier Euro. Die Paste schont die Gummidichtung, denn bei der Verlegung werden die Formstücke meist mehrfach wieder herausgenommen oder gedreht, bis sie richtig sitzen.
  • Übergänge setzen: Abwassersysteme werden so aufgebaut, dass die jeweiligen Sammelrohre stets einen größeren Durchmesser haben als ihre einzelnen Zuläufe. In das Sammelrohr eines Bades beispielsweise laufen die Leitungen von Dusche, Wanne und Waschbecken. So kann ein sein, dass man ein Sammelrohr von DN 75 oder gar DN 100 vorfindet, aber für das zusätzliche Waschbecken nur eine Leitung von DN 40 benötigt. Damit der Übergang professionell gerät, verwendet man so genannte Reduzierstücke. Man kann auf diese Weise jede übliche Leitung in die nächst Größere führen, also beispielsweise DN 40 in DN 50.
  • Fachgerechte Durchbrüche: Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, die neue Abwasserleitung durch eine Wand oder den Fußboden zu führen. Bei Holzbalkendecken muss man streng darauf achten, beim Durchbohren nicht einen tragenden Balken zu treffen; bei einer Betondecke sollte keinesfalls die stählerne Bewehrung beschädigt werden. An geeigneter Stelle schafft man in Wand oder Boden mit Hilfe einer Bohrkrone einen kreisrunden Durchbruch. Er muss so groß sein, dass man ein größeres Rohrstück einschieben und mit Mörtel oder Gips befestigen kann. Durch dieses Futter läuft dann die Abwasserleitung, die ein Spiel von wenigstens fünf mm haben muss und nicht einbetoniert werden darf.
  • System warten: Auch professionell verlegte Abwasserrohre sind nicht für alle Zeit vor Ablagerungen, Verkalkung oder Verstopfung geschützt. Es ist deshalb nützlich, wenn die Leitung an leicht zugänglicher Stelle ein Reinigungsrohr erhält. Das ist nichts anderes als ein Abzweig mit abschraubbarem Deckel. Die Montagestelle sollte vor der Einmündung ins nächstgrößere Rohr und möglichst weit weg von der Einspeisung (dem Abfluss von Dusche, Waschbecken, Wanne und so weiter) liegen. In den verschließbaren Zugang kann man im Notfall eine Reinigungsspirale einführen.

Wer alle Tipps beherzigt, kann seine Abwasserleitung ohne große Schwierigkeiten selbst verlegen – treten dennoch Probleme auf, empfiehlt es sich aber wie immer, Fachpersonal zu konsultieren.

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