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Dachform für den Hausbau auswählen: 7 Optionen und Entscheidungshilfe

Dachform für den Hausbau auswählen: 7 Optionen und Entscheidungshilfe

Dachform für den Hausbau auswählen: 7 Optionen und Entscheidungshilfe

Wer ein Haus bauen möchte, muss sich irgendwann auch mit der Dachform auseinandersetzen. Hier sind bestimmte Vorgaben zu beachten, denn nicht überall darf jede Dachform gebaut werden und nicht überall bieten sich alle Dachformen an. In diesem Beitrag listen wir alle Möglichkeiten auf und liefern Gründe, sich für das eine oder andere Dach zu entscheiden. 

Flachdach

Das Flachdach ist die einfachste Dachform, die allerdings eine bautechnische Hürde überwinden muss: Trotz einer Dachneigung von üblicherweise 1,1 bis 2,9 Grad fließt Regenwasser nicht so einfach ab. Daher müssen Bauarbeiter:innen beim Flachdach absolut sorgfältig arbeiten und dürfen nicht die kleinste Lücke in der Abdeckung lassen. Der Vorteil eines Flachdaches ist, dass Bauherren/-frauen auf diese Weise Dachschrägen vermeiden können.

 

Weil diese wegfallen, kann Wohnraum besonders effizient überbaut werden, bei keiner anderen Dachform entsteht so viel Wohnfläche. Insbesondere bei kleinen Grundstücken ist das Flachdach eine interessante Option, weil es als Garten oder Terrasse genutzt werden kann.

Pultdach und Sheddach

Sobald ein flaches Dach einen Neigungswinkel von mehr als zehn Grad besitzt, spricht man von einem Pultdach. Das Pultdach ist die einfachste Steildachform und deswegen relativ günstig. Es eignet sich besonders gut für Photovoltaikanlagen, denn im Vergleich zur Grundfläche hat keine andere Dachform mehr Dachfläche zur Verfügung, die sich zur Sonne hin ausrichten lässt. Dächer, bei denen mehrere Pultdächer wie die Zähne einer Säge hintereinander angeordnet sind, nennt man Sheddach. Diese Dachform kommt allerdings üblicherweise nur bei Hallenbauten vor und ist dort nicht mehr zeitgemäß.

Satteldach

Das Satteldach ist in Deutschland am weitesten verbreitet. Es ist architektonisch vergleichsweise einfach umzusetzen und gewährt dem Mauerwerk darunter guten Schutz. Bei richtiger Ausrichtung lässt es sich ebenfalls gut für Photovoltaik oder Solarthermie nutzen. Gauben lassen sich auch im Nachhinein gut einbauen, sodass die Wohnfläche effizient genutzt werden kann.

 

Die Dachneigung des Satteldachs kann stark variieren: Bei 30 Grad oder weniger spricht man von einem Flachsatteldach, ab 45 Grad nennt man es ein neudeutsches Dach oder Winkeldach, bei 60 Grad und wenn die Giebelfläche ein gleichseitiges Dreieck bildet, spricht man von einem altfränkischen Dach und bei über 62 Grad nennt man diese Satteldachform altdeutsches Dach oder gotisches Dach. Viele Bebauungspläne legen allerdings bestimmte Dachneigungen fest, weswegen man hier selten selbst eine Auswahl treffen kann.

Walmdach und Zeltdach

Sowohl beim Walmdach als auch beim Zeltdach gibt es auf allen vier Gebäudeseiten geneigte Dachflächen, es gibt also keine Giebelflächen. Dadurch ist die Dachkonstruktion stabiler, die Außenwände darunter sind besser geschützt. Allerdings ist diese Dachkonstruktion etwas teurer.

 

Im Gegensatz zum Walmdach gibt es beim Zeltdach keinen Dachfirst. Das kommt zustande, wenn ein Haus einen quadratischen Grundriss mit vier gleichlangen Außenmauern aufweist. Beim Krüppelwalmdach bleibt eine trapezförmige Giebelfläche erhalten. Die gewalmten Dachflächen sind also deutlich kleiner als die restlichen Dachflächen.

 

Bei diesen Dachformen ist die Wohnfläche unter dem Dach niedriger als bei anderen Dachformen. Abhilfe verschaffen Gauben.

Schleppdach

Ein Schleppdach ist eine Fortsetzung der Dachfläche weit über die Außenmauern des Wohngebäudes hinaus. Typischerweise sind Schleppdächer in Kombination mit Satteldächern aufzufinden, doch auch die Dachflächen anderer Dachformen lassen sich so erweitern. Die Fläche unter dem Schleppdach kann als Hauseingang, Carport oder Lagerfläche genutzt werden.

Mansarddach

Beim Mansarddach sind die Dachflächen im unteren Bereich abgeknickt. Der Platz unter dem Dach lässt sich dadurch effizienter nutzen. Das bietet sich vor allem bei großen Mehrfamilienhäusern an. Bei Einfamilienhäusern wurde diese Dachform vor allem dort eingesetzt, wo Vollgeschosse höher besteuert wurden als Dachgeschosse.

 

Heute gibt es eine solche Steuer nicht mehr und auch baurechtlich macht das keinen Unterschied mehr, weil in den meisten Bauordnungen üblicherweise dann von einem Vollgeschoss die Rede ist, wenn mindestens zwei Drittel der Fläche über eine gewisse Raumhöhe verfügen. Allerdings wirken Mansarddächer bei Einfamilienhäusern oft besonders edel und hochwertig. Tatsächlich ist diese Dachform teurer als beispielsweise ein normales Schleppdach.

 

Ein Mansardwalmdach ist eine Mischung aus einem Mansarddach und einem Walmdach und hat auf allen vier Hausseiten geneigte Dachflächen.

Tonnendach und Kuppeldach

Die aufwendigsten Dachformen sind das Tonnendach und das Kuppeldach. Bei beiden Formen handelt es sich um runde Dächer. Zwar bringen solche Dächer eine besonders günstige Statik mit sich, weil die Kräfte über die Rundbögen in die Mauern und von dort in den Boden abgleitet werden. Doch dieser Vorteil ist insbesondere bei Einzelhäusern selten nötig, weil diese üblicherweise nicht so groß sind, dass hier mit statischen Sonderlösungen gearbeitet werden müsste. So sprechen für diese Dachformen in erster Linie ästhetische Gründe.

Entscheidungshilfe für die Auswahl einer Dachform

Wie soll sich ein:e angehende:r Bauherr/-frau nun also für eine Dachform entscheiden? In manchen Fällen nimmt ihm/ihr bereits die Bauordnung diese Entscheidung ab. Denn nicht alle Dachformen dürfen in allen Gebieten gebaut werden. Das Satteldach ist die am weitesten verbreitete Dachform, weil es üblicherweise mit allen Bauvorschriften kompatibel ist.

 

Ansonsten können Bauherren/-frauen natürlich pragmatische Gründe anführen. Wer besonders viel Fläche für seine Solaranlage braucht, wählt am besten ein Pultdach. Und wer ein besonders kleines Grundstück hat, aber gerne Tomaten und Erdbeeren pflanzen möchte, kann auf einem Flachdach einen Dachgarten einrichten.

 

Ein weiteres Entscheidungskriterium können die Anpassungsmöglichkeiten an zukünftige Platzbedürfnisse sein. Ein Satteldach oder ein Flachdach sind relativ zukunftssicher. Bei beiden Dachformen kann man leicht aufstocken oder aber Gauben einbauen. Bei einem Mansarddach dagegen wird das deutlich aufwendiger.

 

In vielen Fällen können Bauherren/-frauen ihrem Geschmack nachgehen. Optisch kann es sinnvoll sein, die umstehende Bebauung mit in die Entscheidung einfließen zu lassen und dafür zu sorgen, dass sich das neu gebaute Haus besonders gut in die Nachbarschaft einfügt.

 

Bauherren/-frauen sollten bei der Wahl der Dachform auch die Kosten nicht außer Acht lassen. Wer möglichst günstig bauen will, wählt die einfachen Dachformen: ein Satteldach, ein Pultdach oder ein Flachdach. 

 

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