Welink Builders Welink Builders
Statik beim Hausbau – Erklärung, Vorgehensweise und Kosten

Statik beim Hausbau – Erklärung, Vorgehensweise und Kosten

Ein Schwimmbad auf dem Dach, ein massiver Holzofen oder ein großes Aquarium im Wohnzimmer: Die Statik spielt für die Hausbauplanung eine wichtige Rolle. Denn sie entscheidet, wie standsicher das Gebäude ist und ob die Baubehörde grünes Licht gibt.

Definition: Statik

Unter Statik oder auch Baustatik wird im Allgemeinen die Lehre von der Zuverlässigkeit und Sicherheit von Tragwerken im Hausbau verstanden. Es wird der Verformungs- und Kräftezustand ermittelt, der in einem Bauwerk und in den einzelnen Bauteilen herrscht.

 

Mit verschiedenen grafischen und rechnerischen Verfahren werden die Auswirkungen von äußeren Lasten auf die Verformungen und Belastungen von Bauwerken berechnet. Es geht darum, für ein Gleichgewicht in einem Bauwerk zu sorgen. Denn grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei einem Körper eine Bewegungsänderung ausgelöst wird, wenn auf diesen Körper eine Kraft einwirkt und keine andere Kraft ein Gleichgewicht herstellt.

Durch Statik Gleichgewicht in Bauwerken herstellen

Um einen Gleichgewichtszustand herstellen zu können, muss demnach immer eine zweite (passive) Kraft vorhanden sein, die zwar in entgegengesetzter Richtung wirkt, aber die gleiche Größe und Wirkungslinie aufweist. Die widerstehende bzw. passive Kraft sorgt dafür, dass trotz der angreifenden bzw. aktiven Kraft das Gleichgewicht gehalten werden kann.

 

Ausgehend von dieser Grundannahme werden in der Statik die Tragwerke hinsichtlich der erforderlichen Dimensionen, Querschnitte und Abmessungen konstruiert sowie die einzelnen Bauteile bemessen. Um die Sicherheit eines Tragwerks gewährleisten zu können, muss es jedoch so konzipiert werden, dass es den verschiedenen Lasten bzw. Einwirkungen standhält.

Einwirkungen auf Tragwerke

Im Bauwesen werden Einwirkungen definiert als Verformungs- und Kraftgrößen, die auf ein Tragwerk einwirken. Dabei sind die auf das Tragwerk einwirkenden Kräfte als direkte Einwirkungen aufzufassen. Verformungen, die bei der Setzung eines Tragwerks entstehen, gelten als indirekte Einwirkungen. Unterschieden wird zudem zwischen ständigen und veränderlichen Einwirkungen. Zu den ständigen Einwirkungen zählen neben der Schwerkraft, also dem Eigengewicht, auch Anbauten wie etwa ein Balkon.

 

Diese können sich entweder ungünstig, im Sinne von belastend, oder günstig auf das Tragwerk auswirken. Von einer günstigen Einwirkung wird in der Regel gesprochen, wenn es zu einer bereichsweisen Entlastung des Tragwerks kommt. Zu den veränderlichen Einwirkungen zählen etwa Wind- und Schneelasten, Wasserdruck, Eisdruck, Nutzlasten (z. B. durch Personen) und Auftrieb.

Statische Berechnungen beim Hausbau

Ist im Zuge des Hausbaus von Statik die Rede, werden hiermit zumeist die statischen Berechnungen bezeichnet. Auf Grundlage von Zeichnungen und der Baubeschreibung eines/einer Architekt:in führen Baustatiker:innen die Berechnungen sämtlicher Tragwerkskonstruktionen durch.

 

Neben der Bodenplatte und den Decken werden auch die tragenden Wände, der Dachstuhl und Trägerelemente ermittelt. Im Ergebnis werden Werte für die Mindestquerschnitte und Mindestdecken der einzelnen Konstruktionen ausgewiesen. Nachdem einige dieser Werte, wie etwa Decken- und Wandstärken, mit den Angaben des/der Architekt:in verglichen wurden, erstellt der/die Statiker:in Detailpläne für die jeweiligen Konstruktionen. Im Anschluss werden diese bemessen und die jeweiligen zu verwendenden Baustoffe definiert.

Statik korrekt berechnen: Was berücksichtigt werden muss

Im Detail unterteilt man die auf ein Bauwerk wirkenden Lasten nach der Häufigkeit ihres Auftretens in

  • ständige Lasten: etwa das Eigengewicht der Konstruktion und der Möblierung.

  • veränderliche Lasten: z. B. Schneelast, Wind, Temperatur, Verkehr oder schwankende Wasserstände.

  • außergewöhnliche Einwirkungen: etwa Erdbeben, Feuer oder der Aufprall von Fahrzeugen.

Statiker:innen müssen dabei sehr genau und zuverlässig planen, denn ihre Arbeit hat Einfluss auf die Herstellungskosten eines Gebäudes.

Zuständig für die Statik

Die Rolle der Statik und Standfestigkeit eines Gebäudes ist so wichtig, dass sie gesetzlich geregelt ist. Sie wird in der Regel nicht von Architekt:innen verantwortet, sondern ist Aufgabe eines/einer Ingenieur:in, obwohl ein großer Teil der Architekt:innen ebenfalls über statische Kenntnisse verfügen.

 

Der/Die Bauingenieur:in wird meist Statiker:in oder Tragwerksplaner:in genannt. Die Zweiteilung in der Planung ist sinnvoll, denn der/die Architekt:in entwirft das Gebäude und beaufsichtigt meist alle am Haus notwendigen Gewerke und Handwerker:innen. Damit ist sein Aufgabengebiet bereits sehr breit gefächert. Der/Die Bauingenieur:in hingegen beschränkt sich auf die Bemessung und Dimensionierung der tragenden Wände und Stützen eines Gebäudes. Dabei arbeitet er eng mit dem/der Architekt:in zusammen. Beide Planer:innen sind bei ihrer Arbeit aufeinander angewiesen. Beim Bau eines Hauses steht zusätzlich der/die Tragwerksplaner:in dem/der Architekt:in beratend zur Seite.

Nachweise für die Statik des Hauses

Im Ergebnis muss der/die Statiker:in einen nach dem Bauordnungsrecht der Bundesländer erforderlichen Standsicherheitsnachweis erstellen und den zuständigen Behörden bei der Baugenehmigung vorlegen. Über die Richtigkeit der Angaben des/der Statiker:in wacht der/die Prüfstatiker:in. Bei komplexen Bauvorhaben wird der/die Prüfstatiker:in vom Bauaufsichtsamt beauftragt.

 

Im Zuge eines vereinfachten Genehmigungsverfahren – das ist bei vielen Einfamilienhäusern ausreichend – muss der/die Bauherr:in den/die Prüfstatiker:in selbst beauftragen. Bei kleineren baulichen Vorhaben ist kein:e Prüfstatiker:in nötig. Genaue Auskünfte dazu gibt das zuständige Bauaufsichtsamt. Vorsicht: Was in NRW erlaubt ist, kann in Schleswig-Holstein verboten sein.

Kosten für die Berechnung der Statik

Einen Richtwert für die Honorarhöhe eines/einer Statiker:in kann in der Honorarordnung für Architekt:innen und Ingenieur:innen (HOAI) gefunden werden. Sie ist zwar seit 1. Januar 2021 nicht mehr rechtlich bindend, bietet aber Orientierungswerte für eine angemessene Vergütung.

 

Die Werte richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad des Bauvorhabens. Ein pauschaler Wert für diese Leistung lässt sich nicht definieren. Der/Die Statiker:in kann beispielsweise für den Baugrund ein Bodengutachten erstellen. Trifft er/sie allerdings auf komplizierte Bodenverhältnisse, wird er/sie diese Aufgabe einem/einer Geolog:in überlassen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Aufwand, der allein von der örtlichen Gegebenheit abhängt und nicht verallgemeinert werden kann.

Finden Sie einen qualifizierten Handwerker

Sind Sie Handwerker?

Heben Sie Ihr Unternehmen mit Hilfe von Welink Builders hervor!